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Was macht eigentlich … Sybille Rauch?

Sybille Rauch„Alles Schein und wenig Sein“, antwortete Sybille Rauch auf die Frage eines Reporters, welche Überschrift sie über ihr Leben setzen würde. „Der tiefe Fall eines ehemaligen Erotikstars“ wäre ebenfalls eine gelungene Umschreibung für die Vita der heute 55-jährigen Blondine. Sie hatte viel und verlor nach und nach alles – Reichtum, Anerkennung und Ruhm.

Dass sich ihr Leben derart brisant – mit vielen Höhen und noch mehr Tiefen – entwickeln wird, hat Sybille Rauch im Jahr 1987 im Alter von 26, als sie ein verlockendes Angebot von der damaligen Porno-Queen Teresa Orlowski erhielt, welches den Startschuss für einen fulminanten Aufstieg im Porno-Business bildete, mit Sicherheit noch nicht geahnt.

Aufstieg in den Erotik-Olymp

100.000 Mark bot ihr Teresa Orlowski 1987 für eine Rolle im Porno-Zweiteiler „Born for Love“ – ein Angebot, das Sybille Rauch einfach nicht ablehnen konnte, da es mit Abstand die damalige Höchstgage war. Es ist jedoch nicht ihr Einstieg ins Erotik-Business gewesen. Die adrette Blondine wagte nämlich bereits im Jahr 1979 erste Schritte in der Branche, als sie für den Playboy vor der Kamera stand. Sie sorgte mit ihren Aufnahmen für eine solch positive Resonanz bei den Lesern des Magazins, dass sie prompt zum Playmate des Monats Juni gewählt wurde.

Es folgten kleinere Rollen in diversen Softcore-Streifen wie „Der Kurpfuscher und seine fixen Töchter“, „Laß jucken Kumpel. Teil 6: Laß laufen, Kumpel“, „Die unglaublichen Abenteuer des Guru Jakob“ sowie einzelne Auftritte in mehreren Folgen der Filmreihe „Eis am Stiel“. So spielte sie von 1980 bis 2000 in mehr als 20 Filmen mit und wurde in Deutschland überaus erfolgreich als „Sexbombe“ vermarktet.

Neben ihrer Tätigkeit als Erotikdarstellerin veröffentlichte Sybille Rauch 1982 mit „So Long, Goodbye“ eine Schallplattenaufnahme, mit der sie sogar im „Musikladen“ auftreten durfte, eine zu der Zeit sehr erfolgreiche Musiksendung, die von „Radio Bremen“ produziert wurde. Trotz ihres kurzen Ausflugs ins Musik-Business wirkte sie auch weiterhin sehr erfolgreich in Pornofilmen mit. Das war der Grund dafür, dass sie Ende der 1980er Jahre nicht mehr nur für Softerotik-Filme gebucht wurde, sondern auch für Produktionen aus dem Hardcore-Bereich.

Der Kampf gegen das Älterwerden

Ab 1987 wirkte Sybille Rauch in mehr als 20 Hardcore-Videos mit, darunter Filme wie „Private Moments“ und „Sisters in Love“. In einigen davon spielte sie an der Seite ihrer jüngeren Schwester, Sylvie Rauch, der zwar nie der große Durchbruch im Erotik-Geschäft gelang, die aber dennoch die ein oder andere kleinere Rolle ergattern konnte.

Schnell offenbarten sich für Sybille Rauch jedoch die Schattenseiten ihres fulminanten Aufstiegs und plötzlichen Ruhms. Denn auch an ihr nagte der Zahn der Zeit und sie musste immer öfters erkennen, dass sie gegenüber jüngeren Kollegen das nachsehen hatte. Sie erhielt nicht mehr so viele Aufträge wie zu Beginn und verlor massiv an Popularität.

Um dem entgegenzuwirken ließ sie sich mehrfach die Brüste vergrößern und schreckte auch vor anderweitigen Eingriffen, zum Beispiel Botox-Behandlungen, nicht zurück. Allerdings stellte sie schnell fest, dass es für sie einfach keine Chance mehr gibt, an die Erfolge vergangener Tage anzuknüpfen.

Sybille Rauch geriet in eine Kokain-Abhängigkeit und wurde psychisch krank. 1997 unternahm sie sogar einen Selbstmordversuch. Ihrer Filmkarriere war mehr oder weniger ein Ende gesetzt und sie übernahm lediglich noch eine kleinere Rolle in der Filmkomödie „Der Prinz aus Wanne-Eickel“ aus dem Jahr 2005.

Ihr Leben heute

Sybille Rauchs Lebensmittelpunkt liegt derzeit in Bayern. Sie tritt gelegentlich bei Erotik-Messen und in Fernsehreportagen auf. Ihre Tätigkeit als Prostituierte in einem Bordell im österreichischen Klagenfurt konnte sie jedoch zum Glück bereits nach kurzer Zeit wieder aufgeben. Der Grund dafür war ein von ihr ausgesprochener Vergewaltigungsvorwurf gegen einen Kunden im Zeitraum rund um Neujahr 2007.

Psychisch geht es der Blondine mittlerweile auch wieder deutlich besser. Ihre Drogensucht gehört ebenfalls der Vergangenheit an, da sie sich erfolgreich einer Therapie unterzogen hat. Dennoch ist Sybille Rauch immer noch weit von ihrem früheren Ruhm entfernt. So hat sie regelmäßig mit finanziellen Engpässen zu kämpfen und muss monatlich Raten für die von ihr in der Vergangenheit angehäuften Schuldenberge abbezahlen.

Glücklicherweise hat sich ihr Leben seit ihre Zeit als Prostituierte jedoch wieder etwas zum Besseren gewendet. Laut eigener Aussage litt sie damals regelmäßig unter Magenkrämpfen und konnte sich nicht einmal eine Krankenversicherung oder einen Zahnarztbesuch leisten. Das ist gegenwärtig nicht mehr der Fall.

Einem Reporter sagte Sybille Rauch vor einigen Jahren: „Ich wünsche mir Liebe. Einen Mann, mit dem ich mir was aufbauen kann.“ Das sei der einzige Wunsch, den sie noch habe. Es ist zu hoffen, dass sich dieser für sie irgendwann noch erfüllen wird.